Es ist ein gewaltig weiter Weg bis zur Souveränität der Republik. Ob dies digital sein muss, das lassen wir mal dahin gestellt sein.
Ich war eine Zeitlang eingesetzt, um für Systeme über die Information des Heeres der Bundesrepublik Deutschland irgendwas zu tun, um die hoffnungslosen Aussichten auf Besserung ein wenig aufzuheitern. Im Kern der Sache sind Systeme über die Information des Heeres Lösungen zur Ausübung der Befehlsgewalt und der Kontrolle. Aber das ist eine andere Geschichte.
Zu der Zeit also ich noch berufstätig sein konnte, setzte die Bundeswehr für die Koordination ihrer Truppen dafür eine Software ein, die den schönen kurzen Namen FIS-H trug. Ich bin kein Softwareingenieur, habe genug programmiert, um erkennen zu können ob etwas taugt oder nicht. FIS-H hatte ein Problem mit der Kopplung. Genauer gesagt mit der Kopplung zur Laufzeit. Dafür kam die Technologie für eine Architektur zum makeln geläufiger Objekte zum Einsatz. Die Bindung erfolgte also zur Zeit der Übersetzung. Das Team war auf der Suche nach alternativen Lösungen. Eine mögliche Lösung wären Web-Dienste gewesen.
Gleichzeitig war es so, das der Kunde, die deutsche Bundeswehr sich über die mangelhafte Qualität der Lieferung beklagte. Das ist nichts neues. Alle Software hat Fehler. Dafür ermittelt man dann die Ursache und behebt den Schaden schließlich.
Ich war zur selben Zeit auf dem Acker der Standards unterwegs. Mein Engagement für die britischen Kollegen hatte den Blick auf einen ISO Standard gelenkt, der den schönen Namen ISO 20000 trug: Technologie über die Information: Management von Diensten. In diesem schicken Papier war aufgeschrieben, was denn wohl zu tun sei, wenn denn eine schlechte Leistung oder allgemeiner ein Vorfall eintritt, der den Betrieb behindert.
Wie es der Zufall so wollte traf ich den zuständigen Chefingenieur des FIS-H bei einer Zigarette (ich hab damals noch geraucht) am Aschenbecher des Konzerns. Wir kamen ins Gespräch und ich berichtete über den Standard und ob es ihm helfen könne. Er bejahte dies. Ich ging also zurück ins Büro und hab dann fix den Standard ausgedruckt. Damit bin ich dann wieder zum Chefingenieur zurück und hab ihm den in die Hand gedrückt.
Soweit das Technische. Nun zum Engineering. Zum Engineering über Emotionen. Ich habe mich geschämt. Es war mir peinlich. Es fühlte sich linkisch an, einer militärischen Macht eine Technologie anzutragen, die reifer war als wir selbst. Wenn ich so zurückdenke, erscheint es mir bizarr, dem Kunden Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verteidigung per Zufall einen Standard anzutragen, der nachweislich gute Praxis darstellte.
Jetzt, mehr als zehn Jahre später, ist es nicht nur bizarr sondern auch traurig und sehr enttäuschend. Wenn das Management über Technologie in unserem Land denn funktionieren würde, dann wäre irgendwann einmal aufgefallen, dass eben sehr viele Organisationen diese Technologie nutzen. Mit ein bisschen Glück wären wir dann vielleicht übereingekommen, dass wir alle dies für eine tolle Sache halten. Mit noch mehr Glück hätte dann schließlich unsere Regierung über die Republik zum Bund der Länder dann erkannt: Machen alle, sieht gut aus.
Leider sieht die Lage anders aus. Unser Land meint, dass die Hotline verschieden vom Formular zum Kontakt mit den Vertretern der Regierung sind.
Es kommt noch dicker.
Unser Land meint, das Amt für Presse- und Informationsamt der Bundesregierung ist irgend ein Klub für Journalisten.
Das ist falsch verstanden:
Das Informationsamt ist das Amt über Information. Der Amtsinhaber trägt den Titel Chef*in über die Information der Bundesrepublik Deutschland. Diese Person arbeitet in einem Büro. Dieses Büro trägt den Namen Büro über die Architektur zur Information über die Bundesrepublik Deutschland.
