Eine neue Perspektive

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Einen Versuch ist es wert …

In unserem Ländle herrscht ja Meinungsfreiheit. Deshalb habe ich dem Stiftungsrat der Zeppelin-Stiftung ein Angebot unterbreitet.

Dem Prinzip nach geht es um die Schaffung einer Fähigkeit zum Systems Engineering Management.

Dazu hätte ich hier folgenden Vorschlag für euch:

Ich würde gerne eine neue Fähigkeit an der Zeppelin-Universität der Stadt Friedrichshafen entwickeln. 

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein paar wenige davon möchte ich hier gerne mit euch teilen:

Die Disziplin des Systems Engineering war über viele Jahre lang mein Rettungsboot auf hoher See zu einer Zeit, in der ich alles verloren hatte und mir nur das geblieben ist, was wissenschaftlich haltbar, kognitiv fassbar und verständlich erklärbar war. Es ist sicherlich mächtige Waffe, die besonders gut dazu geeignet ist Menschen im Prozess im letzten Augenblick ihrer Selbstwirksamkeit kontrolliert so abzuschießen, dass sie sich danach nicht aufgeben müssen und an etwas glauben können, dass die Welt zusammen hält. Aber es ist auch ein unfassbar starkes Motiv. Es ermöglicht uns als eine Art Medium zu fungieren, um durch ein ganzheitliche Betrachtung der Dinge etwas zu entwickeln, das Lösungen für Probleme bietet, die so zusammenwirken, das sie funktionieren – unter allen Umständen.

Systems Engineering ~ Lösungen für Probleme entwickeln

In unserer Gesellschaft ist der Blick für das, was Systems Engineering wirklich will, ein bisschen in Vergessenheit geraten oder, wie ich es ausdrücken würde, durch die aktuelle Implementierung verdeckt. Vielleicht kann ein Blick in die USA uns helfen, besser zu begreifen was hier wirklich vor sich geht. Zu einer Zeit als die ersten Weber in die USA auswandern mussten, hatten sie nichts außer dem was sie tragen konnten. Die Dampfmaschine vom James Watt hatte sie – sagen wir mal – arbeitslos gemacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Menschen damals die Flucht in das Nichts und Nirgendwo als einzigen und letzten Ausweg angesehen haben, der ihnen das Überleben ermöglichen kann. Ich bin mir heute auch sehr sicher darin, dass sie sich geschworen haben: So etwas darf uns nicht noch einmal widerfahren.

Also haben sie da begonnen, wo alles beginnt, wenn man noch einmal ganz von vorne beginnen muss: Sie haben neues geschaffen, um ihren Platz am selbst gewählten Ort einigermaßen sicher behaupten zu können. Das hat nicht immer gut geklappt – auch die USA sind und waren in einige Streitereien verwickelt. Aber was nicht verloren gegangen ist und – wenn man so will – zentraler, integraler und essentieller Bestandteil ihrer neu geschaffenen Kultur ist, das ist der Wille Neues zu schaffen, um etwas zu bewirken.

Wenn wir also danach suchen müssten, wo sich dieses kulturelle Erbe denn wohl am besten aufgehoben fühlen würde, wo würden wir beginnen? Im Archiv? Im Museum? In der Forschung? In der Wirtschaft? In der Industrie?

Nein. In uns selbst. 

Und eben weil es in uns allen selbst ruht ist es Teil der Strategie. Einer Strategie die einzig und allein nur einem Zweck dient: Das eigene Überleben zu sichern. Diese Strategie kennt keine Grenzen und ist so groß, gewaltig und allumfassend, dass wir in unserem Land gerade begreifen was da vor sich geht.

Ich hab ein wenig gezögert, ob ich euch mit den Mitteln der Analyse der Akteure und dem Management über die Architektur von Unternehmungen eine stärkeres Signal oder eine einfacher verständliche Botschaft mitgeben kann. Aber ich denke das hier muss genügen. Ihr seid sicherlich viel besser darüber informiert als ich, wie es denn wohl um unser Zuhause hier am See und insgesamt bestellt ist.

An dieser Stelle wird es jetzt leider etwas formaler, einige von euch sind ja Mitglieder in Kontrollorganen und sollten wissen was Sorgfalt bedeutet: Mit dieser Nachricht melde ich euch und mache damit bekannt das Verlangen darüber eine Fähigkeit für das Systems Engineering Management zu etablieren.

Ich schlage vor, in einem ersten Schritt mal zusammenzutragen und auszuloten, welche Anforderungen denn an eine solche Fähigkeit zu stellen wären. In ihrer Sprache ausgedrückt hieße das wohl: Was soll den dabei für uns raus springen? Für die Implementierung, also um den (gemeinen) Nutzen, besser die Wohlfahrt, zu realisieren könnte die Zeppelin-Universität als aufnehmendes Gefäß dienen. Dies bietet den Vorteil nicht unmittelbar und ausschließlich den Interessen nationaler Forschungspolitik unterworfen zu sein. POTUS & Harvard lassen grüßen. Sagt euch einer, der sein ganzes Leben an die deutsche Hochschullandschaft geglaubt hat 😉

Für alle die die Wissenschaft nicht scheuen findet sich hier ein Aufsatz von Aaron Shenhar über das Systems Engineering Management. Er wurde im Jahr 1994 verfasst und ist damit nicht besonders aktuell, lässt aber den Geist in der Maschine einfacher erkennen.

Nix für ungut,
Carsten