Governance über Hinz und Kunz

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Governance über Hinz und Kunz

Marketing Basics zur Nutzung Sozialer Medien im Verein

In diesem Beitrag geht’s um Marketing Basics zu den Sozialen Medien. Wir haben in unserem Verein für Bergsport vor kurzem begonnen, mit Social Media wie Instagram und Facebook zu experimentieren. Ja ich weiß, wir sind spät. Aber besser spät als nie. Das ist eine neue Erfahrung für uns. Haben wir noch nie gemacht. Eine der ersten Fragen die sich der Referent für Öffentlichkeitsarbeit, also ich stellt, ist die folgende:

Sollten wir Hinz und Kunz folgen oder doch lieber einmal mehr einen Gedanken daran verschwenden?

Wer mich ein wenig kennt, weiß bereits, dass ich es mir nie leicht mache. Die Antwort lautet also „Gedanken verschwenden“. Wir sind im Marketing unterwegs, im Problemraum unserer Kunden. Der ist bekanntlich riesig. Also können wir unfassbar viel Zeit darin investieren, um herauszufinden welchem Hinz und Kunz wir folgen sollten, um maximal wirksam zu sein.

Meine Definition für das oberste Ziel einer effektiven – also wirksamen – Öffentlichkeitsarbeit, ist es das Vertrauen in unsere Gemeinschaft und über unser Tun zu mehren. Vertrauen in uns lässt sich einfach messen – mal ein paar mehr oder ein paar weniger Mitglieder. Das Vertrauen über unser Tun zu messen ist da schon schwieriger. Ich habe mich dafür entschieden durch glaubwürdiges Auftreten authentisch zu wirken. Auf deutsch: Wir sind so wie wir sind.

Daraus lassen sich folgende Maßnahmen ableiten:

Maßnahmen für die Darstellung: Glaubwürdigkeit beweisen
Maßnahmen für die Wirksamkeit: Authentizität wahren

Zurück zu den Sozialen Medien. Bei der Frage nach dem „wem wir folgen sollten“ sind demnach diejenigen Akteure gestattet, bei denen wir durch die Offenlegung des Interesse „Folgende“ oder genauer „Wir folgen dir“ Glaubwürdigkeit demonstriert werden kann.

Ein kleiner Workshop hierzu sähe etwa so aus:

Für einen gemeinnützigen Verein wie den unseren ist offensichtlich, dass wir all unseren institutionellen Partnern wie Sponsoren und sonstigen Gönnern leicht folgend können. Es sind dies die Stadt, der Sportverband und so fort. Glaubwürdigkeit lässt sich leicht auch dadurch demonstrieren, dass wir denen folgen, die in unserem Verein freiwillig engagiert sind. Wir prüfen zwar nicht formell deren Kompatibilität mit unseren Werten, haben aber ein ganz gutes Gefühl dafür wem wir trauen können und wem nicht. Weniger glaubwürdig wäre es beispielsweise, wenn wir einem Waschmaschinenhersteller oder einem Pkw-Verkäufer folgen würden, es sei denn es bestünde ein echtes Interesse, etwa weil er Sponsor ist. Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, dann lässt sich leicht beobachten, dass die Anzahl der Folgenden nicht ins uferlose wächst sondern repräsentativ für das ist was wir anstreben. Dies stellt eine wichtige Grundlage dafür dar, dass unsere Mitglieder weiterhin ihre schönen Momente gerne mit uns teilen. Alles andere wäre wenig seriös.

Wir lassen die Glaubwürdigkeit einmal kurz beiseite und widmen uns der Authentizität. Die Behauptung ist, solange wir authentisch – also echt – erscheinen, sind wir wirksam, wirksam über alle Zeit. Wenig authentisch für uns wäre es beispielsweise wenn wir Marken folgen würden deren Werte wir nicht teilen. Wenig authentisch wäre es auch wenn wir ewig „Hü“ gerufen hätten und eines Tages plötzlich „Hott“. Authentisch hat etwas damit zu tun, dass wir nicht beweisen sondern uns ausweisen. Ausweisen als jemand der wir sind. Erst wenn uns das gelingt, ist ein System über wirksame Öffentlichkeitsarbeit qualifiziert, qualifiziert dadurch, dass unsere Mitglieder und alle die uns gerne folgen unsere Behauptung über das „So leben wir wirksame Öffentlichkeitsarbeit“ sichtbar validiert haben.

Alle Zeit die wir für eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit also verbrauchen, trägt zur Steigerung der Glaubwürdigkeit bei unter der Nebenbedingung, dass die Authentizität gewahrt bleibt. Im Betriebs-Management würde man hierzu nun fix ein Projekt aufsetzen, dass zum Ziel hat mit einer geeigneten Maßnahme unter Wahrung der Authentizität die aufgewendete Zeit zu minimieren, die Kosten zu senken und die Qualität Glaubwürdigkeit zu verbessern. Aber das ist eine andere Geschichte.

Macht’s gut und danke für den Fisch