Verrückte Welt :-)

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Annalena Baerbock – Was eine Frau erreichen kann wenn sie fühlen kann was wir uns aufgegeben.

Eine Liebeserklärung der anderen Art.

Diese Geschichte beginnt in Hannover. Eine Stadt in der ich eine lange Zeit mein Zuhause hatte und auch heute in Teilen auch immer noch habe. Ich will meinen Teil hier mal kurz halten, weil er nicht so wichtig ist aber zeigen soll was mich mit Annalena Baerbock verbindet. Ich habe in Hannover studiert und anschließend – nach einer kurzen Stippvisite in Stuttgart – mehr als sieben Jahre lang geholfen einer neuen Generation von Forscherinnen und Forschern auf die Beine in ihr selbstbestimmtes Leben zu helfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Das besondere hieran ist, dass ein sehr großer Beitrag von dem, dass es so werden konnte auf dem Fundament dessen ruht was uns hier alle in Deutschland so ruhig schlafen lässt: Europa. Ein beträchtlicher Anteil der Forschungsgelder die meine damalige Chefin einwerben konnte und die ich administrieren durfte enstammte der Politik zur Förderung der Forschung in Europa. Ich habe, wie alle guten Studenten anfangs allein, dann in einer WG und später schließlich zusammen mit meiner ersten Frau in einer eigenen Wohnung gehaust. Das war eine tolle Zeit. Irgendwann hat es mich dann an den Bodensee verschlagen, einem Ort wo ich heute mein Zuhause suche.

SZENENWECHSEL

Als ich Annalena Baerbock das erste Mal gesehen habe dachte ich bei mir: Das ist sie. Das ist die erste Frau, der du vertrauen kannst. Es war irgendeine blöde Sendung in den Nachrichten darüber, was gute Politik in der Welt den so erreichen kann und will und muss. Die Annalena stand da und versuchte in Deutscher Sprache etwas zu formulieren, was wir vorher noch nie tun mussten oder vielleicht sogar nie durften. Sie hat erklärt wie sie die Sache sieht und wie es weitergehen kann. Sie hat gesagt oder vielleicht auch gefühlt, hey das ist jetzt nicht so gut und hier klemmts aber in Summe ist die Lage stabil. Zumindest ist es das, was ich in Erinnerung behalten konnte. Das spannende an der Sache ist, das mir von diesem Beitrag ein Moment in Erinnerung geblieben ist, der mir sehr kostbar und wertvoll erscheint. Annalena war Kind. Sie wirkte auf mich, wie soll ich es sagen, schüchtern, scheu, vielleicht ein bisschen ängstlich aber trozdem mutig und gefasst. Das fand ich saucool.

SZENENWECHSEL

Ich hab an anderer Stelle geschrieben, dass ich etwas, was mir einst als Mitarbeiter eines sehr großen Unternehmens angetragen war, ich selbst mir aufegeben hatte und das geduldet wurde, nicht erreichen konnte. Es ging dabei um Grenzen, also den Rand von Etwas in dem wir alle Menschen jede Nacht gelassen zur Ruhe kommen können, einem, meinem Kunden als Treuhänder unseres öffentlichen Glaubens zu übergeben.

SZENENWECHSEL

Die Vereinten Nationen gibt es schon eine ganze Weile. Früher einmal hießen sie Völkerbund. Heute trägt dieser Verein, eigentlich ist es eine Behörde das Kürzel UN oder auch UNO, so ganz genau wissen wir noch nicht, wo da der Unterschied zu finden ist. Alles was in meinem Kopf zur UNO herumschwirrt und das ich behalten habe, ist die Tatsache, dass die UNO immer dann ins Spiel kommt, wenn alle staatliche Gewalt versagt und irgendwelche Truppen in weißen Geländewagen in ein Kriegsgebiet geschickt werden müssen. Aus der Perspektive der Executive betrachtet ist dies das äußerte Mittel der Gewalt das die UNO per Mandat bewirken kann: Eine Mission zum Erhalt des Friedens, zum Erhalt des Friedens zwischen den Völkern auf dem Planeten zum Wohle der Menschheit.

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Wie es die Welt so will, darf Deutschland seit kurzem auch in der UNO mitspielen. Wir dürfen Personal stellen, sagt die UNO. Eigentlich ist es eine Entsendung, denke ich, nach deutschem Beamtenrecht. Denn das ist die Annalena, eine Dienerin im Staat der Deutschen Republik, geeint im Bund des Lebens. Und wie es der Zufall der Geschichte so will, hat sie gleich den wichtigsten Posten ergattert, oder zumindest einen der besonders gut sichtbar ist. Die ist die Präsidentin der UN-Vollversammlung. Sie ist die Präsidentin der vollen Versammlung aller Völker weltweit, organisiert in der UNO und gemeinsam vereint auf dem Planeten Erde. Nicht mehr und nicht weniger.

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Jetzt sollten wir alle wissen, dass das Wort Präsident dem Lateinischen genau dann entnommen wurde und in meine Worte übersetzt, als mein alter Lehrer für Latein diesen etwas sperrigen Begriff in meine Sprache übersetzt hat. Präsident entstammt dem lateinischen Verb „prasidere“, (e Kunjation?, lang ist’s her) soweit ich mich erinnere und bedeutet „vorsitzen“. In unserem Land gibt es reichlich Vorsitzende. Eigentlich überall. Viele sind wichtig. Super wichtig. Andere weniger. Vielleicht halten wir mal fest, es gibt Vorsitzende zur Aufsicht über Räte. Sie sind ein Kontrollorgan.

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Nun ist die Annalena Mama, oder Mutter, soweit ich das gelesen habe ohne im Netz der Dinge viel Wind zu machen oder Staub aufzuwirbeln bei einer Recherche nach ihrer Vita. Bei eigentlich allen Müttern ist es so, insbesondere dann, wenn sie kleine Kinder haben und es wirklich richtig heiß ist, dass sie stehts mit Windeln bepackt, mit irgenwelchen kleinen Kügelchen ausgerüstet, Sonnencreme und Sonnenhut bewaffnet sich jeden Tag auf dem Weg zum Spielplatz begeben, um die Rasselbande bei Laune zu halten. Etwas später dann, wenn eigenen Kinder größer sind und der Möhrenbrei mal nicht auf dem Weg zum Mund am Lätzchen kleben bleibt gehen diese Kinder dann in den Kindergarten. Eigentlich werden sie ausgeliehen. Ausgeliehen an einen Garten für Kinder. Aber das ist eine andere Geschichte. Wenn dann die Zeit gekommen ist sagt die Leitung des Gartens für Kinder, es ist Zeit. Es ist an der Zeit loszulassen, um den nächsten Schritt in das nächste Leben zu wagen, es ist zeit für die Schule. Also hat die Annalena die Kinder bestimmt in die Schule geschickt. Eine Schule in einem Land mit einer Sprache die nicht oder zumindest nicht ganz die ihre ist.

SZENENWECHSEL

Bleibt die Frage zu klären was eine Mutter mit Kindern wohl fühlt, wenn sie die eigenen Kinder in die Schule verbracht hat, um anschließend einer Gemeinschaft der Staaten vereint im Recht aller Völker das Ansinnen über eine erfolgreiche Präsidentschaft anzutragen. Ich weiß es nicht. Ich weiß es ehrlich nicht aber ich kann euch sage was ich fühle.

Annalena ist Lehrerin, oder Erzieherin. Auf jeden fall eine gute Mutter. Denn sie hat sich gesagt. „Es ist wichtig, dass der Laden hier läuft und ich sehe euch jeden Tag hier in meiner Klasse (Vollversammlung) über die Schule des Lebens. Wenn ich über euch blicke und mir euch so anschaue, und sehe dass ihr nicht sauber angezogen seid, die Hausaufgaben nicht gemacht, ihr irgendein Wehwehchen habt, dann kommt nach vorne und sagt es mir. Ich zeige euch wie das geht, ich hab Pflaster und so. Das wird schon.“

Das hört sich vielleicht noch ganz normal an. Oder vielleicht auch ein bisschen schräg. Die Überraschung kommt aber erst noch. Eben weil die Annalena Mutter ist und eben weil sie weiß, dass alle Völker eine ganze Menge Mütter haben, ist mein Begreifen über ihr Selbst, dass sie sich vielleicht selbst als Muttter, Lehrerin oder allgemeiner Erzieherin der Kinder aller Völker begreift. Die denkt vielleicht. „Puh, heute morgen war das ganz schön stressig, die wollten einfach nicht aus dem Bett.“ Wenn sie dann den Saal der Vollversammlung betritt und trifft sie vielleicht Kollegen und spricht über den hektischen Tag, um einen Ausgleich dafür zu finden, dass eben nicht immer alles ganz so klappt wie wir uns das wünschen. Wenn sie dann später dann einen Blick auf ihre Schüler und Schülerinnen der Vollversammlung wirft, stellt sie fest: „Hmm, eigentlich haben hier viele das selbe Problem. Das ist schade.“

Und das ist der Schmerz den ich erlebe, den wir erfahren, wenn wir die eigenen Kinder an eine Schule vergeben, die nicht länger die unsere sein kann. Weil es etwas gibt, dass uns noch größer und wichtiger erscheint als Leben und Nähe unserer eigenen Kinder.

Es ist der ausgedrückte Verlust aller verlorenen oder weggegebenen Kinder der Staatengemeinschaft insgesamt.

Und das ist ethisch nicht vertretbar.

Also hab ich der Annalena mal einen verrückten Brief geschrieben, um sie zu halten. Mal sehen ob der ankommt.

Verrückte Welt 😉