Blick ins Dach im Museum zu Vorarlberg in Bregenz

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Lost Business – Sport in der Natur, korrigiert zu: VOR DER TÜR AKTIV

Ich dachte ich schreib noch mal schnell ein paar Zeilen, bevor ich zurück an die Spüle gehe, um mein Geschirr von den Resten meins Mittagessens zu reinigen. Heute gab es Kartoffeln aus dem Ofen mit Paprika und Schafskäse. Einfach, schnell und lecker.

Anlass des Schreibens ist die Absage der Organisation Sport England, dass ihrerseits kein Interesse an einer Zusammenarbeit mehr bestünde. Die Phase der Akquise strategischer Partnerschaften sei abgeschlossen.

Es ist nicht integraler Teil deutscher Kultur sich zu Fehlern zu bekennen, die wir erkannt begangen haben. Aber es ist Bestandteil meiner Kultur. Ich hatte Zugang zu Wissen, das es als wichtig erachtet hat Fehler zu begehen, Fehler zu erkennen und was noch wichtiger ist: Aus Fehlern zu lernen.

Ich möchte euch hier mal zeigen was wir für einen Fehler begangen haben, als wir die Studie von Sport England aus dem Jahr 2015 geflissentlich unter den Tisch haben fallen lassen.

Der erste: Wir haben geglaubt, dass hier der Sport in der Natur betrachtet wird. Das ist ein wirklich blöder Irrtum. Denn was in dieser Studie betrachtet wird ist ist das VOR DER TÜR AKTIV sein. Die Studie umfasst buchstäblich alles was dann geschieht, wenn die Tür eines Gebäudes verlassen wird. Also sind auch Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule und auf dem Weg zum Kindergarten berücksichtigt. Genauso berücksichtigt sind aber auch die alten Menschen mit Unfähigkeiten (Schwieriges Wort, müssen wir noch lernen, aktuell sind es Behinderte), die, wenn es ohne Rollator nicht mehr geht, raus sind, um frische Luft zu schnappen. Was das betrifft sind also alle draußen drin.

Der zweite: Wir haben geglaubt, dass nur das VOR DER TÜR drin ist. Noch ein wirklich blöder Irrtum. Außerdem ist nämlich auch das NICHT VOR DER TÜR draußen, oder genauer gesagt, die Grenze von VOR DER TÜR nach irgendwo definiert. Es ist keine Fähigkeit nationaler Intelligenz dies zu entdecken. Aber meine. Denn was hier geschieht ist es, den Verlust zu erfassen. Den unfassbaren Verlust an Menschen die nicht mehr draußen sein können oder wollen. Damit ihr besser greifen könnt wie unfassbar groß dieser Verlust bemessen wird hilft folgendes Konstrukt: Es gibt ihn, den besten, der Besten der Besten. Er schafft es alle die nach draußen wollen hinaus zu ziehen. Sie zu motivieren an die Frische Luft zu kommen. Dann ist jeder Mensch den er verliert ein erfahrener Verlust seines TEAMS.

Der dritte: Der öffentliche Teil der Studie legt nahe, dass es sich um eine Maßnahme handelt, um den Markt für Bekleidung und Ausrüstung besser messbar zu machen. Noch ein wirklich blöder Fehler. Denn eigentlich ist es nichts anderes als eine Echtzeitstatistik. Eine Statistik in Echtzeit über alle die, VOR DER TÜR sein können und wollen. Da ist es wirklich blöde, das wir es gerade mal schaffen die Zeit für VOR DER TÜR, und dann auch noch beschränkt auf Sport, alle zehn Jahre zu aktualisieren.

Der vierte: Wir haben geglaubt es sind Zielgruppen, die hier betrachtet werden. Noch ein wirklich blöder Fehler. Es sind Segmente. Segmente eines UNIVERSALEN Marktes über die Motive von VOR DER TÜR AKTIV. Mit fatalen Konsequenzen: Das Verständnis darüber, dass es sie selben Beweggründe, also Motive sein könnten, die die Menschen vor die Tür treiben geht fehlt uns völlig. Das ist wirklich schade, denn mit Blick auf alle veröffentlichten Aktivitätsmuster – wir sehen hier Sport – verlieren wir das Verständnis darüber, dass diese Motive verloren gehen, wenn Menschen nicht länger VOR DER TÜR AKTIV sein können. Damit wir hier alle ein klitzekleines bisschen besser begreifen können was genau denn hier geschieht kommt hier eine kurze Geschichte.

Ich war heute beim Augenarzt, mir meine Augen vermessen und die Fähigkeit zum Sehen bescheinigen zu lassen. Neben mir wartet ein älterer Mann, 94 Jahre alt, ausgestattet mit Hörgerät und Gehhilfe. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt mir, dass er in jungen Jahren gerne unterwegs war mit dem Schwäbischen Albverein. Jetzt seien seine Augen schlecht und er höre nicht mehr gut. Die Zeitung lesen ginge auch nicht mehr. Aber das Smartphone würde ihm die wichtigen Artikel vorlesen.

Meine lieben Freunde: Habt ihr euch schon mal gefragt, ob es eigentlich fair ist zu unterstellen dass eben diese Motive eines UNIVERSALEN Marktes verloren gehen dürfen? Ist es fair, die alten Senior*innen auf eigene Faust beim Stammtisch zusammenkommen zu lassen? Geht’s noch? Das ist unser Verständnis über Fürsorge zum da sein? Mein Verständnis ist da eher folgendes.

Den Menschen mit Unfähigkeiten bei Seite zu stehen, damit sie so lange wie möglich ihr eigenes Leben meistern auch bekannt als bewältigen auch bekannt als managen können.

Der fünfte: Ich nicht fies sein und auch noch einen wesentlichen Vorteil dieser Motive aufzeigen: Sie sind Momente minimaler Wechselkosten. Auf Deutsch: Es ist emotional relativ einfacher innerhalb dieses Motivs auf eine andere Aktivität umzusatteln. Tja und da liegt der nächste Irrtum vor: Eben weil dies Motive universaler Natur sind greifen sie auch für eine Disziplin, die wir hier wohl am aller wenigsten erwartet hätten: Sie greift für den Arbeitsmarkt. Alle Menschen, die in diesem Motiv verweilen dürfen sind mehr bei sich selbst. Dies fällt in nach meiner Disziplin in den Bereich der Gesundheit am Arbeitsplatz.

Der sechste: Die Studie hat da einen kleinen aber feinen Abschnitt, der sich mit Barrieren beschäftigt. Barrieren sind Dinge oder Umstände, allgemeiner Einschränkungen, die Menschen daran hindern VOR DER TÜR AKTIV zu sein. Als ich diesen Abschnitt gelesen habe war ich etwas überrascht. Ich dachte so bei mir: Ziemlich gründlich für eine kleine Minderheit. Gut, es sind Minderheiten, da muss man besonders acht geben. Aber die gefühlte Übersetzung in unsere Sprache lautet wohl eher: Es sind die Momente gesellschaftlicher Korrelate. Es sind eben die Stellen in einem System über VOR DER TÜR AKTIV, an denn wir zweifelsfrei feststellen: Hier klemmt es. Dieser Irrtum ist besonders blöd. Denn er triggert alles woran es gerade so hapert: Demokratieverständnis, Jugendarbeit, e-Sports und und und. Hätten wir diese Studie als Standard adoptiert und uns an sein Verständnis adaptiert, dann hätten wir über alle Aktivitäten hinweg in endlicher Zeit einen Netzwerkeffekt dadurch erzielen können, dass wir einfach gefragt hätten:

Haben in eurem Laden Familien mit Kindern gerade Schwierigkeiten VOR DER TÜR AKTIV zu sein?

Mit Blick auf das Argument zu vor, wäre es also völlig egal gewesen, wo VOR DER TÜR dieses Problem denn gerade wohl bestünde.

Tja, und weil wir das nicht getan haben, sitzen alle drinnen vor dem Smartphone und schauen in die Röhre. Zumindest sagt uns das die Erhebung über die Verwendung unserer Zeit des deutschen Bundesamtes für Statistik. Alle zehn Jahre.

SO. Damit hätte ich ja dann wohl hoffentlich genug FRITTEN auf den Tisch gelegt, um meine Sicht der Dinge offen darzulegen.

Ich wiederhole es noch einmal gerne für euch: Jemand der seine Karten so auf den Tisch legt sagt uns einfach: Es ist alles gesagt. Ich habe gewonnen und kann nur noch verlieren. Mit Blick auf den Titel der Studie also für uns: AKTIV steht VOR DER TÜR, wenn wir mal die Grenze zwischen ENGLAND und EUROPA als Tür begreifen wollen.

Und hier noch ein Motiv, bei dem ich mich leidlich schwer tue, aber das ich euch trotzdem als Schuld antragen will. In dem wir unseren britischen Nachbarn die Geschichte nicht abkaufen, schaden wir ihnen. Mit meinem begrenzten Verständnis zum Völkerrecht betrachtet ist dies keine besonders milde Maßnahme. Denn es behindert die im Land gebundenen Ressourcen dieses Landes daran anderen zu helfen oder nach neuem zu suchen. Sie bewältigen sich sozusagen selbst und verletzen damit eins der benannten Motive „Lernen“.

Macht’s gut und danke für den Fisch 😉